Kontaktpersonen-Programm

Entstehung und Konzept
1982 wurde das Kontaktpersonen-Programm des Sozialdienstes katholischer Frauen von den drei hauptamtlichen Mitarbeiterinnen der beiden Beratungsstellen Hamburg und Altona gegründet. Zu dem ersten Treffen luden die Beraterinnen Menschen aus Hamburger Kirchengemeinden ein.
Ziel war es, eine Zusammenarbeit herzustellen, welche die Beratungstätigkeit, in Wohnnähe der Klienten der Beratungsstelle, helfend unterstützen sollte.
Klienten der Beratungsstelle sind Alleinstehende, Alleinerziehende und Familien mit Kindern. Vor allem sind es Frauen jeden Alters, unterschiedlicher Konfession, Religion und Nationalität. Die Probleme sind vielfältig u.a. sind es Wohnungs-, Arbeitslosigkeit, Vereinsamung, Schulden, Krankheit, psychischer und physischer Überforderung, Trennung und Scheidung und oft sind es ganze Komplexe dieser Probleme die Hilfe nötig machen.

Vorab wurden Gespräche mit hauptamtlichen Mitarbeiterinnen in den Gemeinden geführt, um das Kontaktpersonen-Programm dort bekannt zu machen. Es wurden Menschen gesucht, die nicht nur Zeit und Lust hatten, ihre Freizeit in den Dienst ihres Nächsten zu stellen, sondern die auch bereit waren, sich für die verantwortungsvollen Aufgaben schulen und weiterbilden zu lassen.
Schon nach kurzer Zeit war ersichtlich, das das Kontaktpersonen-Programm in jeder Hinsicht ein voller Erfolg war und dies heute auch noch ist.

Zur Zeit gibt es im Sozialdienst katholischer Frauen Hamburg zwei sehr aktive Gruppen aus vielen Gemeinden, die seit einiger Zeit durch Helfer aus dem Stadtteil erweitert wurden.

Merkmale, die das Kontaktpersonen-Programm erfolgreich machen:
  • Die Ehrenamtlichen arbeiten nicht fr die Beratungsstelle, sondern die Institution teilt die Verantwort mit den Kontaktpersonen aus den Gemeinden im Interesse der größten Wirksamkeit ihrer fachlichen Arbeit
  • Die Tätigkeit der Ehrenamtlichen wird systematisch begeleitet und gefördert, ihre Eigenverantwortlichkeit unterstützt und damit Entscheidungsfähigkeit respektiert, eine zeitliche Begrenzung der Mitarbeit ist durch die Planung für die Zeitabschnitte konzeptionell zugelassen
  • Der pragmatische Bezug auf einzelne Aktionen ermöglicht "Außenstehenden" begrenzte Kontakte zum Helferkreis und Gemeinde. Er bietet damit auch Zugang für Personen, die an der Aufnahme eines Kontaktes zur Kirchengemeinde nicht interessiert sind
  • Das Programm ermöglicht die Akzeptanz eigener und fremder Hilfebedürftigkeit durch Erfahrungen gegenseitiger Unterstützung
  • Die Ortsvereine des Sozialdienstes katholischer Frauen haben mit dem Programm ein Beispiel für die Möglichkeit, aber auch für die Erfordernisse einer innovativen Gestaltung des Engagements Ehrenamtlicher erbracht
Aus "Das Kontaktpersonen-Programm", 1994, Kunigunde Giese und Monika Nowotny
und der Rede anlässlich der Verleihung des Lorenz-Werthmann-Preises 1997.

Auszeichnung durch den Lorenz-Werthmann-Preis 1997

1997 bekam das Kontaktpersonen-Programm des Sozialdienstes katholischer Frauen Hamburg und Altona den mit mehreren tausend D-Mark dotierten Lorenz-Werthmann-Preis verliehen.

Mit diesem Preis, benannt nach dem Gründer und erstem Präsidenten des Deutschen Caritasverbandes, wurden 1997, anlässlich des 100-Jährigen Jubiläums des Deutschen Caritasverbandes, erstmals Aktionen, Initiativen und Gruppen im Bereich ehrenamtlicher sozialer Arbeit unter besonderer Beachtung gemeindeintegrativer Initiativen ausgezeichnet.

Die Mitglieder der Jury waren der Auffassung, dass das Kontaktpersonen-Programm als ein herausragendes Zeugnis sozialcaricativen Handelns zu würdigen sei, weil es traditionelle ehrenamtliche Arbeit im Sinne eines modernen freiwilligen Engagements weiter entwickelt. Dabei erfahren die kirchengemeindlich nachbarschaftlichen Beziehungen und Bedingungen besondere Beachtung.